Gefühlt jeder, dem wir auf Instagram folgen, postet zur Zeit nur noch diverse Fashion Shows und Events, jettet von einer Fashion Week zur nächsten und trägt von Kopf bis Fuß Designerklamotten. Auf der anderen Seite stehen die Leser, von denen einige schon ziemlich genervt von der Monotonie des “Fashion Month September” sind. Denn ist es wirklich inspirierend, Blogger in einem total designer outfit zu sehen, das man sich sowieso nie leisten können wird? Haben Blogger überhaupt die Berechtigung, über Modekollektionen Bericht zu erstatten? Und wie sehen wir das Ganze, wo wir doch auch selber auf manchen Fashion Weeks waren? Heart to Heart: let’s talk!

Kathi fühlt sich auf Fashion Weeks schon lange ziemlich fehl am Platz: Mich sieht man selten auf Events, die mit Fashion Weeks zu tun haben. Ich war ein paar Mal auf der Berlin Fashion Week, aber habe mich dort schon so fehl am Platz gefühlt, dass ich die anderen erst gar nicht besuchen wollte. Berlin ist, soweit ich das beurteilen kann, eine ziemlich abgemilderte Version der anderen Fashion Weeks – Paris, Mailand, New York, London, dort wo es so richtig abgeht mit einer Show nach der anderen, Streetstyle Fotografen, Events etc. Aus diesem Grund besuche ich schon seit Jahren keine Fashion Week mehr – ich will mich nicht fühlen wie der Elefant im Glashaus, und was ich auch nicht will, ist wie so manche meiner Kolleginnen, überall präsent zu sein sich aber dann über den ganzen Zirkus beschweren. Ich habe mitbekommen, dass auch viele der Follower/Leser ziemlich genervt vom “Fashion Month” sind, in dem es nur noch Shows von sämtlichen Designern der Welt zu sehen gibt, die sich a) kein normaler Mensch leisten kann und b) auch nicht inspirierend zum Anschauen sind. Denn sind wir uns ehrlich: Blogger berichten über ihren Lifestyle, ihre Sicht der Dinge, ihren eigenen Stil – ob das zugleich die Berechtigung für eine kritische Auseinandersetzung mit Shows und Kollektionen ist, sei dahingestellt. Was ich sehr wohl gerne mitverfolge, sind Shows von Designern, die mir persönlich gefallen und die ich mir auch ansatzweise leisten kann: zum Beispiel Jacquemus, Aigner oder Mansur Gavriel. So kann ich mir ein Bild der Stylings machen, sehen was nächste Saison kommt und mich in einer halbwegs realistischen Preisklasse inspirieren lassen. Shows von Chanel, Chloé oder Louis Vuitton sind wunderschön anzuschauen, aber ich sehe die Teile dann lieber in einer Modezeitschrift in Form von einer Editorial Strecke, denn mir von einer Bloggerin, die vielleicht 25 Jahre alt ist, eine Bluse um die 1000 € zeigen zu lassen, finde ich einfach nicht zielführend. Ich möchte hier aber einräumen, dass ich selbst noch nie zu einer Show dieser Größenordnung eingeladen wurde und bestimmt auch die Chance nutzen würde, so etwas einmal live mitzuerleben, hier kann man niemandem einen Vorwurf machen, denn ich glaube kaum, dass irgendwer so eine Einladung ablehnen würde. Mir geht es eher um die massive Beschallung in diesem Monat September und die extrem gleichförmigen Inhalte, die überall zu sehen sind – ohne persönlichen Touch, ohne kritische Betrachtung oder eigener Meinung zu Kollektionen, die über “oh my god, I love the shape and color” hinausgehen.
fashion is what you buy. style is what you do with it.
Vicky führt seit einigen Jahren eine Hassliebe mit den Fashion Weeks: Ich liebe Mode und lasse mich auch gerne von den Laufstegen und großen internationalen Designern inspirieren. Ich verfolge gespannt die neuesten Trends und ich besuche seit circa 4 Jahren immer wieder Fashion Weeks – meistens zweimal pro Jahr in Berlin und Mailand, bisher auch schon einmal New York und Paris. Trotzdem ist es nicht nur die Liebe zur Mode die mich während diesen Zeiten berührt. Ich persönlich denke, dass für einen Großteil meiner Leser und Follower die Fashion Weeks nicht unbedingt relevant oder interessant sind. Ich habe mich in den letzten Wochen während dem sogenannten “Fashion Month” immer öfter dabei erwischt, wie mich die Stories auf Instagram gelangweilt haben – und das bei Mädls die ich sonst super inspirierend finde. Wieso? Weil ich mir für diese Art von Content (aka Fotos von den Laufstegen) lieber die neueste VOGUE und das Porter Magazine kaufe oder online die Livestreams der Shows verfolge. Das Bloggen lebt vom persönlichen Stil und nicht von Head-To-Toe Designer Looks, dafür gibt es Editorials in Printmagazinen. Ich fühle mich durch ein komplettes Fendi Outfit nur wenig inspiriert obwohl ich die Marke selbst unglaublich toll finde und eine meiner absoluten Lieblingstaschen die Peekaboo ist. Diese Saison durfte ich selbst bei der Fendi Show in Mailand dabei sein und habe mit großem Stolz meine (selbstgekaufte) Fendi Tasche zu einer H&M Jeans, einem Massimo Dutti Blazer und Tabitha Simmons Heels, die ich im Sale ergattert habe, getragen. Streetstyle definiert sich heutzutage meiner Meinung nach zu oft durch komplette Looks, die wie auf dem Laufsteg von Bloggern präsentiert werden. Ich würde mir für die Zukunft wieder mehr Eigenkreationen wünschen, eine teure Designertasche gepaart mit High Street Brands und den liebsten Heels, die man schon 10x an der Person gesehen hat. Mode, die man privat auch trägt, ein persönlicher Touch der sichtbar ist und vor allem Looks, die zugänglich sind!


EN: We feel like everyone we follow on Instagram is currently only posting various fashion shows and events, jetting from one fashion week to the next and wearing designer clothes from head to toe. On the other hand, there are the readers, some of whom are quite annoyed by the monotony of “Fashion Month September”. But is it really that inspiring to see bloggers in a total designer outfit that you’ll never be able to afford anyway? Do bloggers even have the authority to report on fashion collections? And how do we think about the whole thing when we’ve been to some fashion weeks ourselves? Heart to Heart: let’s talk!
We both love fashion and while Kathi didn’t attend any shows at all for the past couple years, Vicky has participated in several fashion weeks such as Paris, Milan, Berlin and New York. She loves the fashion part of it, but the downside is to see all the streetstyle looks being only one designer from head to toe. For looks like these, she prefers to buy her favorite fashion magazines. Kathi feels like the whole fashion week thing is not for her, but still likes to follow the shows of the designers she can relate to, also in terms of retail price.
*images via Instagram: Mansur Gavriel, Aigner Munich, Jacquemus


3 thoughts on “Heart to Heart: Fashion Month”
Liebe Vicky, liebe Kathi,
tolles Thema für ein „Heart to Heart“. Ich habe mich die letzten Wochen immer wieder beim „wischen“ ertappt – denn im September bestanden die meisten Inhalte nur noch aus untragbaren FW Outfits und Trachten. Weder Designeroutfits mit den wildesten Taschen (die für mich preislich jenseits von Gut und Böse liegen), noch das 647. Dirndl sprechen mich an und bieten mir die Inspiration, die ich mir wünschen würde.
Deshalb freue ich mich jetzt umso mehr auf den Herbst – auf Mäntel, Boots und die ersten dicken Pullover. Eben genau die Dinge, die ich dann auch bei ZARA und H&M wiederfinden kann.
Liebe Grüße
Saskia
Habt ihr super zusammengefasst!
Bei Bloggern möchte ich vor allem die Person sehen, nicht die Marke. Dafür brauchts die Aufbrechung des „Kopf-bis-Fuss-eine-Marke“-Looks — lieber „Mix&Match“ mit Persönlichkeit.
Gerade an eurer Heart to Heart-Serie mag ich so gern, wie gut sich eure Kommentare und Perspektiven ergänzen!
Liebste Grüsse, Kathrin
Hallo ihr Lieben. Vielen Dank für den tollen Beitrag. Ich bin vom Fashion Month ehrlichgesagt genervt. Während dieser Zeit scrolle ich sehr wenig in meinem Instagram Feed. Die Styles sind für Normalsterbliche untragbar und z. T. auch nicht leistbar. Ich suche nach echten Inspirationen, die ich auch als Nicht-Bloggerin tragen/nachstylen kann. Darum bin ich echt froh, dass ihr Mädels euch treu bleibt und auch bei Fashion Weeks eurer Stil immer einen roten Faden hat. <3